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Januar 2021

Anna und Kevin verbringen viel Zeit miteinander Bild: Wilhelma/L. Lutz

 

Wo die Liebe hinfällt

Mitte Juli zog der Bock der Kleinen Kudus, Kevin aus Tschechien, in die Wilhelma um. Die Kleinen Kudus leben in einem Gehege hinter den Giraffen und können je nach Lust und Laune einen Abstecher zu den beeindruckenden Nachbarn unternehmen. Bei einem dieser Ausflüge lernten sich Giraffendame Anna und Kudubock Kevin wohl kennen und schätzen. Seit dieser Zeit sind die beiden fast unzertrennlich. Sie fressen gemeinsam, liegen auf der Außenanlage dicht beieinander und lecken sich gegenseitig die Ohren. Anna würde am liebsten auch die Nacht im Kudustall verbringen, was aber unter anderem an der stolzen Größe der Netzgiraffe von 3,50 Meter scheitert. Mit einer Schulterhöhe von einem Meter räumt Kevin erfolgreich mit dem landläufigen Vorurteil auf, dass für eine glückliche Beziehung der Mann größer als die Frau sein sollte.?

 

 

Neu in der Wilhelma – Kirk-Dikdiks

Seit dem letzten Sommer wuseln zwischen den stattlichen Bongos zwei kleine Kirk-Dikdiks über die Anlage. Die Halbgeschwister Pünktchen und Anton gehören zu einer der kleinsten Antilopenarten Afrikas und bringen nicht mehr als 6,5 Kilo bei einer Größe von 45 Zentimeter auf die Waage. Die Neuzugänge könnten problemlos unter ihren dreimal so hohen und 40 Mal so schweren Mitbewohnern, den Waldantilopen, durchschlüpfen. Um diesen Leichtgewichten einen bongosicheren Unterschlupf zu gewähren, bauten die Pfleger über die Anlage verteilt verschiedene Rückzugsmöglichkeiten. Dieses Engagement wissen Pünktchen und Anton jedoch nicht zu schätzen. Die beiden ignorieren die eigens gestalteten Bereiche und ziehen es vor, unter der Berberitzenhecke zu ruhen. Die dornige Unterkunft erfüllt ihren Zweck und bietet den kleinen Antilopen Ruhe vor allzu aufdringlichen Bongos.

Ein Kirk-Dikdik versteckt sich im Laub Bild: Wilhelma/Dr. H. Knitter

 

Grevy-Dame Kianga auf Kurzbesuch in der Wilhelma

Da der Tierpark Berlin seine Zebraanlage umbaut, fand Grevy-Dame Kianga in der Wilhelma eine vorübergehende Bleibe. Schritt für Schritt gewöhnte sie sich ein und auch die Pfleger hatten keinen Grund zur Klage. Leider änderte sich dies als die Säbelantilopen mit ihrem Kälbern auf die gemeinschaftlich genutzte Anlage zurückkehrten. Kianga akzeptierte die jungen Antilopen nicht und griff diese sogar an. Dieses Verhalten ist nicht ungewöhnlich, denn auch in der Natur dulden Zebras keinen artfremden Nachwuchs in ihrer Nähe. Man geht davon aus, dass Zebras befürchten Jungtiere oder auch alte und kranke Tiere könnten Feinde anziehen, die wiederum eine Gefahr für den eigenen Nachwuchs darstellen. Die Wilhelmazebras sind an die Anwesenheit von Mitbewohnern gewöhnt und dulden die Säbelantilopen sowie die Dorkasgazellen mit ihren Kleinen. Um dieses harmonisches Miteinander nicht zu stören, musste Kianga nach Holland umziehen. Dort lebt sie nun ganz entspannt in einem nur von Artgenossen bewohnten Gehege.

Kianga (vorne) hat die Wilhelma bereits wieder verlassen Bild: Wilhelma