Projekt: neue Anlage für Afrikanische Menschenaffen

Das neue Menschenaffenhaus

Am 15. Mai 2013 wurde die neue Anlage für Afrikanische Menschenaffen in unmittelbarer Nachbarschaft von Elefanten und Giraffen nach rund dreijähriger Bauzeit eröffnet. Und der Anspruch an den Neubau war hoch: So sollte die Anlage zwei Menschenaffenarten, den Gorillas und den Bonobos, die beste Zoounterkunft bieten, die nach aktuellem Kenntnisstand möglich ist. Viele Anforderungen flossen daher in den Bau ein: das in den letzten Jahrzehnten stetig gewachsene Wissen über Menschenaffen und ihre artspezifischen Bedürfnisse ebenso wie Erfahrungen aus 55 Jahren Menschenaffenhaltung in der Wilhelma. Und nicht zuletzt die aktuellen Haltungsrichtlinien der Europäischen Erhaltungszuchtprogramme (EEP).

Das Ergebnis ist eine Anlage, die den Tieren nun vor allem eines bietet: deutlich mehr Platz als das frühere Haus. Außerdem wird die Anlage den jeweiligen Sozialsystemen und artspezifischen Bedürfnissen von Gorillas und Bonobos besser gerecht und die Tiere finden darin mehr Komfort, mehr Natur und mehr Beschäftigungsmöglichkeiten vor.

Quelle : Wilhelma

November 2008 – Das Projekt startet

Bereits im November begannen die ersten vorbereitenden Maßnahmen für den Neubau der Anlage für Afrikanische Menschenaffen. Der Spatenstich wird im Frühjahr des nächsten Jahres erfolgen. Ohne den Verein der Freunde und Förderer der Wilhelma wäre dies so nicht möglich. Dank der Mitglieder können bis zu 8,5 Millionen Euro an das Land und eine weitere Million an die Wilhelma gezahlt werden.

Der Neubau ist nach den Entwürfen des Berliner Architekten-Büros Hascher Jehle in die Topographie des Geländes eingepasst. Die Menschenaffen werden ein neues naturnahes Zuhause finden, selbst Teile der bepflanzten Dächer werden als Gehege dienen. Die neue etwa ein Hektar große Anlage wird neben Gorillas und Bonobos auch das Jungtieraufzuchthaus beheimaten.

 

Innenansicht Bild: Wilhelma

Innenansicht;
Bild: Wilhelma

Spatenstich für die Anlage für Afrikanische Menschenaffen

Am 21. April 2010 um 11:00 Uhr setzten Finanzminister Willi Stächele, Wilhelma-Direktor Prof. Dr. Dieter Jauch und der Vorsitzende des Vereins der Freunde und Förderer der Wilhelma, Prof. Georg Fundel, den ersten Spatenstich für den Neubau der Anlage für Afrikanische Menschenaffen.

Nach einer Bauzeit von rund drei Jahren können dann die derzeit neun Gorillas und zehn Bonobos ihr neues Zuhause beziehen, das alle aktuellen Erkenntnisse über eine artgemäße Haltung der sensiblen und intelligenten Primaten berücksichtigen wird. Den Tieren wird dann eine Fläche von insgesamt rund einem Hektar zur Verfügung stehen – mit mehreren Innen- und naturnah gestalteten Außengehegen. Die Innengehege der Gorillas werden dabei insgesamt 500 m², die Außengehege 2000 m² umfassen. Die Bonobos sollen innen 250 m² und außen 1200 m² Fläche nutzen können. Viel Platz für Abwechslung! Auf die afrikanischen Menschenaffen werden im Innenbereich Planschbecken, Karussells, Klettergerüste und Hängematten warten. Außen gibt es Bäume, Sträucher und Felsen sowie Bachläufe und Sumpfzonen. Und an der Gehegewand sollen zeitweise sogar Filmvorführungen den Tieren Unterhaltung bieten.

 

Spatenstich Bild: Wilhelma

Spatenstich;
Bild: Wilhelma

Grundriss Bild: Hascher und Jehle Architektur

Grundriss;
Bild: Hascher und Jehle Architektur

Innenperspektive Bild: Hascher und Jehle Architektur

Innenperspektive;
Bild: Hascher und Jehle Architektur

Perspektive Wassergraben Bild: Möhrle und Partner mit Hascher und Jehle Architektur

Perspektive Wassergraben;
Bild: Möhrle und Partner mit Hascher und Jehle Architektur

In die neue Anlage integriert wird überdies die Aufzuchtstation mit dem Kindergarten für Gorillas. Wie bisher werden die dort lebenden Affensäuglinge von menschlichen Ersatzmüttern betreut. Zusätzlich können die Jungtiere direkt im Nachbargehege jedoch bereits arteigenes Sozialverhalten in einer intakten Gorillafamilie beobachten – Streit und Versöhnung, Spiel und Verantwortung inklusive.

Auch für die Besucher eröffnen sich ganz neue Perspektiven auf das Leben der Menschenaffen. So werden Sie die Tiere künftig nicht nur vor den Außenanlagen, sondern auch im Gebäude hören und riechen können, da die Innengehege über offene Gitterdächer verfügen. Im 500 m² großen Besucherbereich soll es Informationstafeln zu den Tieren, Spielmöglichkeiten – auch interaktive Spiele für Menschen und Affen – und Raum für von Tierpflegern kommentierte Fütterungen geben.

Der Verein der Freunde und Förderer der Wilhelma unterstützt den Neubau mit bis zu 9,5 Millionen Euro! Davon werden bis zu 8,5 Millionen Euro an das Land gezahlt und eine weitere Million Euro geht direkt an die Wilhelma für die Netzüberdachung des Bonobo-Außengeheges.

Einladung zur Baustellenbesichtigung exklusiv für Mitglieder!

Am 10. und 11. November 2012 waren die Mitglieder des Fördervereins herzlich eingeladen, sich auf der Baustelle einen ersten Eindruck von den neuen Gehegen für Bonobos und Gorillas zu verschaffen. Das Haus öffnete an beiden Tagen von 10.00 bis 15.00 Uhr exklusiv für Mitglieder seine Türen. An ausgewählten Stationen informierten speziell geschulte Wilhelmabegleiter über die neue Anlage.

Der Baustellenzugang erfolgte ausschließlich von der Seite des Straußengeheges unterhalb der Besucherplattform. Eine Anmeldung war nicht nötig. Der Zutritt war nur mit Mitgliedsausweis gestattet.

An elf Stationen erklärten die Wilhelmabegleitern den Besuchern alles Wissenswerte rund um die neue Anlage Bild: N. Englert

An elf Stationen erklärten die Wilhelmabegleitern den Besuchern alles Wissenswerte rund um die neue Anlage; Bild: N. Englert

Am 14. Mai fand die feierliche Eröffnung des Hauses in Anwesenheit des Finanzministers Dr. Nils Schmid statt Bild: Wilhelma

Am 14. Mai fand die feierliche Eröffnung des Hauses in Anwesenheit des Finanzministers Dr. Nils Schmid statt;
Bild: Wilhelma

Das neue Affenhaus ist eröffnet!

Am 12. und 13. Mai 2013 konnten sich die Mitglieder einen ersten Eindruck vom neuen Gebäude verschaffen. Die Erwartungen waren hoch, denn die neue Anlage soll zwei Arten, den Gorillas und den Bonobos, die beste Zoounterkunft bieten, die nach aktuellem Kenntnisstand möglich ist. Die Besucher waren sich einig, dass dies gelungen ist.

Weitere Informationen rund um das neue Menschenaffenhaus finden Sie hier!

Die Bonobos sind draußen!

Anfang Juli 2013 war es endlich soweit: Die Bonobos und die vier Gorillakinder durften ihr neues Außengehege in Besitz nehmen.

Der Tag begann für die Bonobos der Wilhelma wie jeder andere: Es gab verschiedene Leckereien zum Frühstück und mit vollen Bäuchen suchte sich jeder ein gemütliches Plätzchen zum Entspannen – bis auf einmal ein neues Geräusch zu hören war…

Helle Aufregung machte sich unter der 7-köpfigen Bonobogruppe breit, als sich die Schiebetüren um 10 Uhr zum allerersten Mal seit dem Umzug ins neue Affenhaus öffneten. Neugierig spähten die Affen hinaus ins Freie und streckten ab und zu eine Hand oder mutig den Kopf hinaus. Die Pfleger und Besucher vor dem Außengehege hielten jedes Mal gespannt den Atem an, wenn ein Bonobo in der Tür zu sehen war – nur um das Tier nicht gleich wieder zu verschrecken.

Trotz leichtem Nieselregen und feuchtem Gras wurden die Zuschauer belohnt. Nach etwa 10 Minuten gespannten Wartens hangelte sich die komplette Gruppe am Stahlnetz hinaus ins Freie. Dabei wagte sich die 11-jährige Dame Haiba gleich zu Beginn mutig bis ganz nach oben. Bonobo-Mann Mobikisi saß hingegen gemütlich am Boden und mampfte eine Hand voll Gras nach der anderen. Und das Weibchen Chipita sorgte sogar für einen regelrechten Aufschrei unter den Wilhelmagärtnern als sie die 1,5 Meter lange Clemantisranke mit einem beherzten Griff vom Pfahl pflückte, um dann an diesem hinauf zu klettern.

Der Ausflug unter freiem Himmel wird für die Gruppe ab sofort regelmäßig stattfinden und die Besucher können sich an den Kletterkünsten der Bonobos erfreuen.

Gorillas im Grünen

Seit Anfang Juli 2013 nutzen die Bonobos ihre Außengehege in der neuen Anlage für Afrikanische Menschenaffen, seit Anfang August ist nun auch für die Gorillas der Weg nach draußen frei. Aber erst nach und nach wagten die Mitglieder der Gorillafamilie den Vorstoß ins Unbekannte. Nach erstem großen Staunen über die unendlichen grünen Weiten lockte und beschäftigte die Tiere – genau wie die Bonobos – aber vor allem eines: das saftige neue Nahrungsangebot in Form von Gräsern, Klee, Kräutern und ganzen Sträuchern voller leckerer Blätter.

Gorillas im Grünen

Die Gorilla-Anlage von oben: Das zwischen Ausstiegsluke und Baum gespannte Führungsseil ist hier zwischen den Gorillas gut zu erkennen; Bild: M. Holtkötter

Beim Umherstreifen, Futtern und Genießen ihres neuen Lebensraums in den Außengehegen können die Besucher die Gorillas und Bonobos derzeit täglich von 10 Uhr bis 15 Uhr beobachten – danach wieder im Haus (mitunter gehen die Tiere aber selbst schon früher nach innen). Und die handaufgezogenen Gorillakinder sind täglich von 10 bis 11 Uhr und von 14 bis 15 Uhr in ihrem Freiluftspielplatz.

 

Mehr Informationen zum Projekt

Mehr Informationen finden Sie auf

http://www.wilhelma.de/de/menschenaffenhaus.html

Broschüre zum neuen Affenhaus |  Online in Broschüre blättern