Gemeinsam für den Artenschutz
Die Vielfalt des Lebens auf unserem Planeten sichert dessen ökologische Stabilität und damit unser Überleben. Es ist zudem eine ethische Verpflichtung, die Vernichtung von über Jahrmillionen zur Perfektion entwickelten Lebensformen durch den Menschen aufzuhalten.
Der Förderverein unterstützt die Wilhelma bei ihrem weltweiten Engagement für den Artenschutz durch die Finanzierung von acht der über 40 von ihr geförderten Projekten, sowie durch die Bereitstellung eines Notfallfonds. Dieser bietet den Artenschützenden im Ernstfall wichtige finanzielle Hilfe in unerwarteten kritischen Situationen.
Einsatz für den Sumatra-Tiger
Anti-Wilderer Patrouillen im Einsatz
Die Wilhelma arbeitet auf Sumatra mit der WildCats Conservation Alliance zusammen. Spezielle „Tiger-Schutz-Einheiten“ patrouillieren im Kerinci-Seblat-Nationalpark, einem der größten Schutzgebiete Südostasiens und das wichtigste Rückzugsgebiet der Sumatra-Tiger. Seit 2021 beteiligt sich der Förderverein mit jährlich 20.000 Euro an der Finanzierung dieser Rangergehälter.
Hunde für Gepardenschutz
Vermittlung von Herdenschutzhunden zur Vermeidung von Mensch-Tier-Konflikten
Das schnellste Landsäugetier der Welt befindet sich tragischer Weise in einem Wettrennen mit dem Aussterben. Grund ist vor allem der häufige tödliche Konflikt mit Viehhirten, wenn diese die Raubkatzen erschießen, um Risse durch Raubkatzen abzuwenden. Herdenschutzhunde reduzieren Verluste durch Geparden und damit Todesfälle unter den schnellen Katzen drastisch. Die Wilhelma unterstützt mit der Hilfe der Wilhelmafreunde die Arbeit des Cheetah Conservation Funds (CCF) in Namibia seit 2021 mit jährlich 25.000 Euro.
Lebensraum für Orang-Utans
Wiederaufforstung auf Borneo
Das Überleben der Orang-Utans ist vor allem durch die Vernichtung der tropischen Wälder in Indonesien und Malaysia bedroht. Ein großer Faktor ist dabei der Anbau von Palmöl. Bereits seit 2009 leistet die Wilhelma finanzielle Hilfe für die Wiederaufforstung verschiedener Waldflächen auf Borneo, um neuen Lebensraum für die roten Menschenaffen zu schaffen.
Der Partner vor Ort ist die britische Orangutan Foundation. Sie hat für die Renaturierung mit einheimischen, für die Orang-Utans besonders wichtigen Baumarten im Lamandau Reservat seit 2019 jährlich über 30.000 Euro erhalten. Das entspricht rund 40.000 neu gepflanzten Bäumen – jedes Jahr! Die so aufgeforstete Fläche verbindet zwei ältere Waldbereiche und wird für die Wiederauswilderung von konfiszierten Orang-Utans eingesetzt, die dort bereits Nachwuchs bekommen.
Dieser jungen Meeresschildkröte und mehreren Hundert anderen konnte durch den Notfallfonds geholfen werden. Bild: TOAF
Notfallfonds
Der Verein stellt seit 2022 jährlich einen Notfallfonds für Projekte zur Verfügung, die aufgrund von unvorhergesehenen Ereignissen schneller Unterstützung bedürfen. Seit 2026 umfasst die Hilfe 50.000 Euro.
Die Klimakrise bewirkt an fast allen Orten der Welt erschwerte Bedingungen – Auffangstationen kämpfen mit den Folgen von Überschwemmungen, Zebras und Antilopen hungern durch ausbleibende Niederschläge. Veränderte Meeresströmungen lassen junge Schildkröten stranden, Dürren führen zu katastrophalen Buschbränden. Der Notfallfonds bietet hier zumindest schnelle finanzielle Hilfe, die Klimakrise erfordert jedoch globale Verhaltens- und Gesetzesänderungen.
Riesengürteltier schützen
Zertifizierter Honig als Mittel der Konfliktvermeidung
Die brasilianischen Naturschutzorganisation ICAS will den Mensch-Tier-Konflikt entschärfen, dem viele der stark bedrohten Riesengürteltiere zum Opfer fallen. Die Gürteltiere von der Größe eines Labradors stürzen auf nächtlichen Streifzügen Bienenstöcke um und lassen sich die Insektenbrut schmecken. Vergeltungsschläge der lokalen Imker sind die Folge. Das Projekt hilft den Imkern, ihre Bienenstöcke vor den Gürteltieren zu sichern und ihren Honig als „zertifiziert armadillosicher“ zu vermarkten. Die jährliche Förderung dieser Maßnahmen in Höhe von 20.000 Euro übernimmt seit 2021 der Verein der Freunde und Förderer.
Projektleiter Arnaud Desbiez bei der Auswilderung eines besenderten Ameisenbären Bild: Aurélio Gomes Fotografias
Sichere Straßen für Große Ameisenbären
Verhinderung von Highway-Unfällen in Brasilien
Weil der Flusslauf des Río Paraguay im Pantanal immer weiter austrocknet, verlagert sich der Verkehr vom Wasser auf Überlandstraßen. Die Großen Ameisenbären werden bei ihren Streifzügen auf den Highways häufig verletzt oder getötet. Durch ICAS gerettete Ameisenbären werden vor ihrer Auswilderung besendert. So lassen sich die Wanderrouten beobachten und entsprechende Schutzmaßnahmen treffen, wie etwa große Tunnel für Wildtiere unter den Highways anlegen. Seit 2021 beteiligt sich der Verein mit jährlich 25.000 Euro an diesen Maßnahmen.
Seltene Magnolienarten im Regenwald bewahren
„Reverse the Red“ in den Anden
Auch in den Bergregenwäldern von Ecuador kann man Magnolien finden. Die dortigen Arten sind selten und zusätzlich durch Abholzung bedroht. Bereits seit mehreren Jahren fördert die Wilhelma daher die ecuadorianische Organisation „Jocotoco“, die Regenwald ankauft und unter Schutz stellt. Vier besonders seltene Magnolienarten – teilweise sind nur noch einzelne Bäume vorhanden – werden im Rahmen der „Reverse the Red“-Intiative, die darauf abzielt, den Bedrohungszustand einzelner Arten gezielt zu verbessern, in Baumschulen vermehrt und zu Hunderte in den Schutzgebieten ausgepflanzt. Durch diese Stützung der Population konnte die erste Art, Magnolia dixonii, bereits 2025 auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN zurückgestuft werden!

Die Pflanzen werden in Baumschule vermehrt und wieder ausgepflanzt Bild: Efrain Cepede

Magnolienblüte Bild: Jocotoco




